Frankfurter Rundschau

CD der Woche. Ruhmresistent.

The Devilish Doubledylans nennen Uli van Klapdor, Robert Nøtzelsen und Jelly Pearl Smith ihr fein ironisches Projekt, das sie im neu eröffneten Blues & Beyond vorstellten: einen Marathon durchs Bob Dylan-Œuvre, auf den in keiner Weise zutrifft, was den meisten Dylan-Interpretationen nachgesagt werden kann: langweilig, verschnarcht oder gar anstrengend zu sein…

Es war allerdings schon immer so, dass die beste Darbietung von Dylan-Songs nicht vom Komponisten kam. Die Devilish Doubledylans haben den Mut zur Überdosis: Sie spielen vorwiegend weniger bekannte Dylan-Songs mit der Verve furchtlos bekennender Fans, aber mit Witz und Finesse. Auch ohne Schlagzeug entwickelt dieses Trio gehörigen Groove, die dreistimmigen Gesangsleistungen sind prima, und die Gitarrenarbeit am ”Monster-Folk” genannten Œuvre macht Spaß. Weit fehlt, wer es für Comedy hält: die drei Teuflischen lieben die gute Musik, die sich so häufig in Dylans Kompositionen versteckt. Sie sind ganz wunderbare Verräter.

Zurück