Folker

Bob Dylan hat seine langerwartete (Teil-)Biografie (“Chronicles“) veröffentlicht, Hugues Aufray noch einmal 10 Dylan-Songs live auf Französisch rausgebracht – und die Frankfurter “DoubleDylans“ machen es uns auf gut Deutsch! Hervorragende 5erTeamArbeit, um dem großen Bob hier noch einmal mehr gerecht zu werden. Nach Niedeckens „Leoparde’fell“-Album (1995). Sprachlich eigenständige, bilderreiche Texte mit einer Dichte, wie sie in der deutschen Rockmusik am ehesten mal Sven Regener von EoC zustande gebracht hat.

Mit wechselnden lead vocals von J. P. Smith (genannt „Matze“) und anderen, die das sehr prägnant rüberbringen. Eine locker bis deftige Folk-Rock-Musik, die absolut groovt! Und uns die abstrusesten Szenarien à la Dylan und Rimbaud (Une saison en enfer/Ein Besuch in der Hölle) an+ausmalt. Robert und Matze machen sich das eine und das andere „Ich“ Bob Dylans zu eigen („Ich hab Schuhe besohlt für alle und geh immer noch barfuß“) und entwickeln daraus ihr Alter Ego („so weit weg von mir, wie ich kann“).

Diese Band versteht es, musikalisch/textlich eine magische Sogwirkung zu erzeugen, die diese Lyrics von „Johanna“, von Luise und ihrem Lover („so verzwei/n/samt“), wunderbar zu transportieren vermag. Eine (Wieder-)Entdeckung!

Walter Liederschmitt „Woltähr“

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